Der andere Mann – Eine böse Kurzgeschichte

der andere Mann

Tarzan der Schreckliche

Da war ein Mann, als ich den Kronengarten betrat.
Er führte sich auf, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Ein berühmter Boxer, ein Rockstar, dem sie Respekt zollten und um ihn herumschwänzelten.

Sie nannten ihn Tarzan. Ein König, der in dieser sagenhaften Hinterhofkneipe thronte. Ein heiliger Ort, um Träume zu verwirklichen. Ein Leben zu verschwenden.
Mich reizte dieser verwahrloste Haufen und ich konnte nicht widerstehen. Diese Menschen taten wonach ihnen war, mit dem lohnenden Ziel, so viel Spaß wie ihre Schultern tragen ins Grab zu schaufeln.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über sie sagen.
Obwohl, ein paar Arschlöcher waren schon dabei.

Ich setzte mich an die Theke und hörte zu. Gesprochen wurde von Niveau, da wusste ich nichts von. Keiner wusste  was genaues, aber gerade weil dieses Niveau so geheimnisvoll war, unterhielt man sich gerne darüber.

Da war also dieser Mann, den sie Tarzan nannten. Ein germanischer Prügelkönig, der aus reiner Lust am Leben seine Eier kraulte. Mit Muse, allein zum eigenen Wohlgefallen. Sein Schädel war bedeckt mit kleinen Löckchen, das Gesicht übersät mit tausend Sommersprossen, der Gang gebückt.

Ein anderer Mann betrat den Kronengarten.
Ein Unbekannter, Unglücklicher, Narr.
Die Männer spielten Billard. Hin und her schossen die bunten Kugeln, über grünen Belag und die Kneipe lachte, als der andere Mann gewann.

Dem Tarzan gefiel das nicht. Breitbeinig trat er dem anderen Mann gegenüber, um detailliert zu berichten, welchem Gewerbe seine Frau nachgeht und was sie sonst so treibt. Lebendig und bildhaft beschrieb Tarzan, zu welch menschenverachtenden Gemeinheiten er befähigt ist.

Den Gürtel aus der Hose, um die rechte Faust gewickelt, offeriert er seinem Gegenüber einen schnellen und schmerzfreien Tod. Der andere Mann schwitzte und hatte Angst.

Tarzan packte den anderen Mann und schlug ihm ins Gesicht, seine Lippe platzte. Weitere Schläge ins Gesicht folgten, bis man nichts mehr erkannte.

Der andere Mann fiel zu Boden und Tarzan trat gegen seinen Kopf, wieder und wieder. Der Kopf aber wollte sich nicht von dem anderen Mann trennen, also griff Tarzan einen Stuhl und schlug mit dem Stuhl gegen den Kopf des anderen Mannes.

Er wollte ihn, wie er sagte, kaputt machen und der andere Mann ging kaputt.

Auf meinem Hocker sitzend, wartete ich bis die Polizei kam und begriff erst was geschehen war, als der Polizist fragte: „Gehören Sie hier dazu?“

Montagslyriker – Lorca nicht vergessen

Sonnengöttin strahlt über die Welt

Montag um sieben, beherrscht uns das Wort,
zutiefst berührt, an diesem erleuchteten Ort.

Timo der Experimentelle
steht zu seiner Lyrik, neu komponiert, überraschend präsentiert. Sätze bei klarem Verstand zerhackt, in neues Licht versetzt.
>>> https://lyrikpoemversgedicht.wordpress.com/

>>> Terence Horn schneidert einen Vorhang, zimmert die Bühne und hebt den Meister der frei gestalteten Lyrik aufs Podest,
Timo der Experimentelle …

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Montagslyriker – Todessehnsucht! Damit fing es wohl an

Montagslyriker

Montag um sieben, ich hab’s euch versprochen,
wird euer Herz gebrochen.

Mia die Wahrhaftige
zeigt uns den Tod, die Lust und die Liebe und die Wahrheit, wenn ihr sie denn hören wollt. Terence Horn präsentiert die gnadenlos mutige Montagslyrikerin Mia.
>>> https://miasraum.wordpress.com/

>>> Also geben wir die Bühne frei, für unsere erste Montagslyrikerin, die talentierte und liebenswerte Mia …

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Der Montag wird mystisch, wahrhaftig und schwarz wie die Nacht …

Montagslyriker
Montagslyriker

Mystisch wird der Herbst,
wenn Worte leise die Sterne berühren
und wir die Nacht zurückfordern.

Meinem hessischen Dichterfreund Prinz Prospero kam die geniale Idee, zur passenden Zeit. Und zwar rufen wir, jetzt im Herbst, die Montagslyriker ins Leben und bitten befreundete Dichter fünf Fragen zu beantworten, um sie besser kennenzulernen, um ihre Worte zu verstehen und um an ihrer Kunst teilzuhaben.

Hierfür habe ich einen neuen Menüpunkt >>> Montagslyriker <<< erstellt, wo ihr die fünf Fragen und weitere Infos findet.

Weiter geht’s nächsten Montag um sieben.
Bis dahin, rette die Nacht und sei wachsam!

Lebensweisheit vom deutschen Dichter Joachim Ringelnatz

Naive Malerei auf Leinwand des Stuttgarter Künstlers Stephan Rossmann
Leihgabe von www.malerei-stuttgart.de

Wenn alle Stricke reißen, dann hänge ich mich auf.

Zitat von Joachim Ringelnatz (Hans Gustav Bötticher), geboren am 7. August 1883 in Wurzen und gestorben am 17. November 1934 in Berlin, war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Mehr ringelnatzereien gibts auf http://ringelnatz.org/