Der Panther. Ein Gedicht des Lyrikers Rainer Maria Rilke

Sein Blick ist vom Vorüberziehen der Stäbe
müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte
der sich im allerkleinsten Kreise dreht
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf.
Dann geht ein Bild hinein
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke geboren am 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn. Gestorben am 29. Dezember 1926 in Montreux, Schweiz. Vertreter der Dinglyrik.

Die 90er Kurzgeschichte – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Gegenwartsliteratur, Pulp Fiction und die Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Montagslyriker – Zucker fürs Volk

Mann und Frau auf einer Wiese

Sechs Monate Montagslyriker liegen hinter uns,  sechs Monate Ferien vor uns. Viel Zeit wird mancher denken, doch lässt mir Frühling und Sommer keine Verschnaufpause. Die Sonne lockt mich in den Garten, neue Ideen an den Schreibtisch (mein Roman „Gott und die Welt“ ist bei Seite 160 angekommen) und jede Menge Urlaub steht an. Keine Sorge! Die Montagslyriker kommen Anfang Oktober zurück und bringen euch sicher durch Herbst und Winter.

Mein Dank gilt allen Montagslyrikern, die uns den Montag und die Woche mit ihren tollen Vorträgen retteten und natürlich den treuen Lesern. Genießt die Zeit, sammelt neue Inspiration und haltet die Ohren steif. 

Begrüßen wir die Überbringerin des Frühlings, Botschafterin der Sonne, Verkünderin schöner Worte, Vorhang auf für Sugar4all
>>> http://sugar4all.wordpress.com

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Das Sauerkrautgesicht – ein Gedicht fürs Volk

Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand, als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsche lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter, unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

Gedicht von Stephan Rossmann


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

 

 

Montagslyriker – Shakespeare, Brecht, Kafka, Frisch, Hesse etc.

Frauen arbeiten in einem Weinberg

Am Montag um sieben,
so steht es geschrieben,
stellt sich ein Montagslyriker vor sein Publikum,
zeigt sein Können, sein Werk,

seine Kunst.
Gibt Einblick,
für unseren Durchblick,
lässt hoffen,
zweifeln,

schenkt Vertrauen.
Die Sonne geht auf,
die Sonne geht unter,
die Montagslyriker stehen irgendwo dazwischen
, am Tag,
in der Nacht,
so ist es mit dem Mond abgemacht.
Seit so frei und
begrüßt in unserer Mitte:

Christin von Margenburg Montagslyriker – Shakespeare, Brecht, Kafka, Frisch, Hesse etc. weiterlesen