Naive Malerei in Stuttgart

Genie und Wahnsinn
kollabieren
am Scheitelpunkt.

Zu Weihnachten bekam ich Malkasten, Leinwände, Acrylfarben und weiteres Zubehör geschenkt, ordentlich verpackt unter dem Weihnachtsbaum. Schön und gut, hab ich mir gedacht. Und nun? Wie und wo fängt man mit der Malerei an? Was genau ist zu tun? Was malt man so? Klar, ich interessiere mich schon länger für die Malerei anderer Künstler, zumeist Verstorbener. Einige Epochen und Künstler sind mit bekannt, nur war das nicht meine Liga. Zuerst versuchte ich Vincent van Goghs Sternennacht nachzumalen. Das Bild hängt bei uns als Kunstdruck im Wohnzimmer. Ging auch ganz gut, nervte mich aber mit der Zeit. Einfach nur abmalen, ist einfach nicht mein Ding. Also schnappte ich mir eine der Leinwände und versuchte mich an Naive Malerei. Das sollte klappen. Einfache Motive, dafür starke Farben mit viel Gefühl, ohne groß nachzudenken, das war schon eher meine Sache. Seitdem male ich in dem Stil weiter und es macht richtig Spaß.


Zitat von Elon Musk

„Unsere Existenz kann nicht nur darin bestehen, ein elendes Problem nach dem anderen zu lösen. Es muss Gründe geben zu leben.“


Maltechnik und Materialien

Ich male mit Acrylfarben der Marke Marabu, grundsätzlich auf Leinwand. Anschließend rahme ich die Bilder mit einem Schattenfugenrahmen aus Holz. Das wirkt richtig gut und gibt dem ganzen eine Würdigung. Für ein Bild der Größe 50×70 cm benötige ich mindestens eine Woche, vor allem wegen der Zeiten zum Trocknen. Als Technik bevorzuge ich starke Pinselstriche und hohen Farbauftrag.

Litarischer Auszug:

… siebzehn Semester sind seitdem vergangen und ich frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre zuhause zu bleiben. Ich war ein Glückskind, das während eines Augenblicks der Weltgeschichte aufwuchs, als die Menschen noch an Übermorgen glaubten, einfach weil nichts utopisch schien.

Die Zukunft war greifbar, so nah, wir hielten unser Schicksal selbstbewusst in den Händen. Selbst der hoffnungsloseste Untergangsprediger zweifelte in seinem Innersten nicht eine Sekunde, dass wir ungefähr in dem Jahr, indem wir uns heute befinden, über Raumschiffe mit Ionenantrieb verfügen, fremde Planeten erobern und weiterfliegen, als sich Hollywood je ein Bild dazu vorstellen konnte.

Tatsächlich reicht unser Budget heute kaum mehr für die paar Meter zum Mond, geschweige denn zum Mars und das obwohl ich mir vor zwei Monaten einen Ionen-Fön kaufte. Aber soweit ich weiß, erreicht dieses Hightech-Gerät nicht einmal Lichtgeschwindigkeit. Ebenso unvorstellbar unsere Sorglosigkeit am Rande eines Atomkriegs. Die Klingel gedrückt, interessierte sich niemand für ein bevorstehendes Ende.

Die Tür blieb zu, lediglich ein paar Eigenbrötler verfielen in Panik. Hauptsächlich Schweizer, die sämtliche Berge in ihrem Land durchlöcherten, Bunker anlegten und sich insgeheim freuten, es möge bald losgeht. Die Eidgenossen warteten und warteten, Tag für Tag, Jahr für Jahr – nichts passierte. Schlussendlich wurden die fleißigen Bergbewohner bitter enttäuscht.

Ausgehend von einem russischen Systemliquidator mit Leberfleck auf der Glatze, der einfach mal so, mit einem Nebensatz, Lenins Vermächtnis auslöschte, den Kalten Krieg beendete und die Schweizer ins Unglück stürzte. Sämtliche Chancen auf einen alles, außer der Schweiz, vernichteten Atomkrieg waren ausgeträumt. Die sorgfältig gepflegte, jahrzehntelange Angst umsonst. Für ein präzise arbeitendes Gehirn, über welches Schweizer zweifelsfrei verfügen, schwer zu verstehen. Und natürlich waren die Schweizer stinksauer und genervt von der Unzuverlässigkeit ihrer Nachbarn.

Trotzig füllten sie die überflüssig gewordenen Löcher mit Schwarzgeld, geheimen Konten oder was sie sonst im Überfluss besaßen. Andererseits war ihre Paranoia nicht gänzlich unberechtigt. In praktisch jedem Vorgarten, außerhalb der Schweiz, standen SS 20, Pershing oder Cruise Missiles Atomraketen. Kein Scherz, die Teile versteckten sich überall. Beim Nachbarn links, beim Nachbarn rechts, vielleicht unter der Grundschule? Niemand konnte was Genaues sagen, außer Amerikaner und Russen, aber die hielten dicht. Wodurch die Sache undurchsichtig wurde und die Zukunft auf Spekulation beruhte.

Gerade die Amerikaner waren sagenhaft coole Cowboys und erkoren einen zweitklassigen Schauspieler zum Herrscher ihres Imperiums. Vielleicht um den Rest der Welt noch weiter zu deklassieren und zu zeigen, wie überlegen sie sind. Wir lebten in einer Welt, die sich um Amerika drehte und die Amis um sich selbst.

Unsere Vorbilder kamen aus den USA oder gingen in die USA, um noch größere Stars zu werden. Eine ausnahmslos glorreiche Zeit, eine Ära echter Helden aus Fleisch und Blut, ohne Wenn und Aber. Heute gibt es keine Maler mehr. Im 21. Jahrhundert wühlen sich ölige Schmierlappen so tief in jede Vergangenheit, bis sie selbst Schneewittchen durch den Dreck ziehen, nur weil dieses Pack herausfand, dass die kleine Schlampe mit einem der sieben Zwerge rummachte.

Die Flimmerkiste war mein bester Freund. Besessen war ich, vor allem von diesem coolen Film, wo der coole Typ seinen coolen Spruch ablässt. „Der Pfad der Gerechten ist gesäumt von Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei der Verworfenen. Gesegnet sei, der im Namen der Barmherzigkeit die Malerei durch das Tal der Dunkelheit geleitet …“, so oder so ähnlich.

„Zuerst schuf ich Land und Wasser auf Erden. Auf dem Land formte ich Berge, Täler und Wüsten. Die Meere füllte ich mit Leben, Farben und Frohsinn …“

Geschichte der Naiven Malerei

Henri Julien Félix Rousseau, genannt der Zöllner Rousseau
Selbstbildnis von Henri Julien Félix Rousseau, genannt der Zöllner Rousseau

Fangen wir an mit Henri Julien Félix Rousseau, genannt der Zöllner Rousseau. Er wurde 21. Mai 1844 in Laval geboren und starb am 2. September 1910 in Paris). Henri brachte sich das malen selbst bei, also naive Kunst. Er gilt aber auch als ein Begründer des Surrealismus.

Rousseau lehnte die Realität ab, stellte sie nicht dar, er träumte Bilder. Er verwendete keine Schatten, dafür eine Vielzahl an Farben. so begründete er auch den magischen Realismus.

Auf seinem Grabstein steht:

Freundlicher Rousseau, hörst du uns?
Wir grüßen dich,
Delaunay, seine Frau, Monsieur Queval und ich.
Bring unsere Koffer zollfrei durch die Pforte des Himmels.
Wir besorgen dir Pinsel, Farben und Leinwand,
damit du malest in der geheiligten Halle des wahren Lichts.
Wie einst mein Bildnis,
das Angesicht der Sterne

Mein erstes Bild, naive Malerei:

Ein schöner Tag
Malerei auf Leinwand, Stuttgart 2021
Naive Malerei auf Leinwand, mit zwei Skatern, Junge und Mädchen, die eine Straße entlangfahren. Gemalt mit Acrylfarben im Jahr 2021 in Stuttgart
Skaterlove, Naive Malerei auf Leinwand, gerahmt

Es gibt diesen Ort im Herzen
der sich nie ausfüllen läßt.
Einen Raum.

Und selbst in den
besten Augenblicken
und den herrlichsten Zeiten
werden wir es wissen.

Mehr denn je
werden wir es wissen.

Es gibt diesen Ort im Herzen
der sich nie ausfüllen läßt.

Und wir werden
warten und warten

in diesem
Raum.

Charles Bukowski
Amerikanischer Schriftsteller und Frauenversteher

Machts gut
haltet die Ohren steiff
passt auf Euch auf
haltet Euch von Leuten fern
feiert zuhause
trinkt mehr
bleibt im Bett
schlaft gut

Terence Horn
Fränkischer Maler und Schriftsteller

Ramons Schlampazius im Stuttgarter Osten

Hippiekneipe, Musikladen und ewiger Kult

Keine Ahnung, wann ich das erste Mal bei Ramon aufschlug. Muss aber an die 12 Jahre her sein, als wir an den Ostendplatz zogen. Seitdem schleppte ich meine Kumpels da rein, besoff mich gnadenlos und war sogar mal mit meinem Vater dort, im Herzen des Stuttgarter Ostens.

Ramon erzählte mir, dass er eigentlich auf ein Konzert in München wollte. Extra angereist, aus dem damals faschistischen Spanien um Diktator Franco. Im goldenen Jahr 1973, das Jahr indem ich geboren wurde. In Stuttgart musste er umsteigen, verpasste den Zug und ist geblieben, bis heute. Die Gastarbeiter im El Rincon kümmerten sich um ihn, organisierten Ramon einen Job, bis er zwei Jahre später im Schlampazius landete. Der ehemalige Wirt Maiwald nahm ihn auf und Ramon blieb, bis Maiwald starb. An der Einrichtung der Kneipe hat sich seitdem nichts verändert. Weder von außen noch von innen. Ein paar Gemälde kamen hinzu, ein nicht ganz so abgesifftes Sofa. Fertig ist die Hippiekneipe, der ewige Kult.

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Montagslyriker – Zerrissene Gardinen in klarer Saphirnacht

Frau im japanischen Kimono

Ein Hurra auf die Schönheit, die ihr liebstes Wort in zarte Farben hüllt.
Im roten Wüstensand fand ihr Herz ein schattiges Plätzen, gefühlt mit guten Freunden, verdienter Ruhe und weiter Sicht.

Die Malerin, Lyrikerin und Fotografin
Sibylle Sophie entstaubt die Montagslyriker

>>> http://www.Sibylle-Sophie.de

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Montagslyriker – Die Göttin meiner Kindheit

 Sterne in der Nacht

Kinder sind unsere besten Freunde, Seelentröster.
Immer in Bewegung, stets was zu tun, halten sie uns auf Trap.

Kinder sind der Sinn im Leben, unsere Zukunft.
Kinder lieben Bücher, aus denen wir ihnen vorlesen,
wollen jeden Tag etwas neues lernen und bleiben neugierig.

Kinder sind sehr schlau!

Die Stuttgarter Montage gehen weiter, heute mit der Kinderbuchautorin Judith Johannsen

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Montagslyriker – Ein schwäbischer Bilderbuchwidder mit Hang zu Wortneuschöpfungen

der Fuchs von Chele

„… unser Dank an dieses grandiose Publikum …“

Kommen wir nun zur Hauptvorstellung des Abends. Die unvergleichliche, tausendfach kopierte und nie erreichte

Chèle Deni

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